Religionsunterricht (RU) ist notwendig, weil er Anregungen und Hilfen zur Bewältigung des Lebens bietet. Dieses tut der Unterricht, da er den Besuchern des Kurses Glauben vermittelt und das Wort Gottes bzw. die biblische Schrift nahe bringt und erläutert. Die Bibel zeigt dem Menschen viele Leidenssituationen und Auswege aus den selbigen. Ebenso ermutigt sie den Menschen niemals aufzugeben. Das Wort Gottes spendet Trost und Verständnis für Menschen die sich in schweren Situationen befinden. Nehmen wir zum Beispiel mal Matthäus 5, 43-48. Dort widerspricht Matthäus dem Worte Mose (Mose 3 19,18)
„Du sollst Deinen Nächsten lieben“ und Deinen Feind hassen.
Matthäus sagt: „Liebt Eure Feinde und bittet für die, die Euch verfolgen, damit ihr die Kinder seid Eures Vaters im Himmel.“
Er bezieht sich mit diesem Satz auf die Tatsache, daß der Herr die Sonne aufgehen läßt für Gut und Böse und er läßt es regnen über Gerechte und Ungerechte. Durch den RU wird den Teilnehmern des Fachs vermittelt, was Matthäus mit diesem Satz den Menschen eigentlich verdeutlichen möchte. Matthäus zeigt, daß wenn Gott die Menschen lieben kann, die Böses tun, so sollen wir Menschen sie ebenfalls lieben. Auch gibt diese Bibelstelle einem Menschen, welcher Unrechtes getan hat, die Hoffnung, daß nicht alle Menschen ihn hassen und genauso zeigt sie ihm, daß Gott ihn trotz allem lieben wird. Dadurch verliert dieser Mensch nicht die Hoffnung daran, daß seine Sünden ihm vergeben werden und er kann seine schwere Situation bewältigen.
Auch gibt der RU Motivationen zu verantwortlichem Handeln. Dieses tut er ebenfalls durch das Wort Gottes. Durch die Bibel wird die Nächstenliebe gelehrt, wodurch dann zum Helfen motiviert wird und Helfen bedeutet Handeln. Durch die Analyse von Bibelstellen wird den Schülern beigebracht sich dementsprechend zu verhalten. An der Geschichte von der Ehebrecherin kann man eine von vielen Lehren erkennen, die den Menschen zu verantwortlichem Handeln bzw. nicht unüberlegtem Handeln motivieren soll.
„Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“
(Johannes 8, 1-11)
Den Schülern wird an diesem Beispiel verdeutlicht, daß man keinen Menschen verurteilen soll, nur weil er Unrechtes getan hat. Jeder Mensch hat in seinem Leben mindestens einmal Unrechtes getan und dadurch darf man keinen anderen Menschen verurteilen. Man soll diesen Menschen deshalb auch nicht schlechter behandeln als jeden Anderen.
Schule kann ohne den RU ihre Aufgaben nur begrenzt wahrnehmen, da es ohne den RU nur wissenschaftliche Zweige gäbe. Nur in dem Fach Religion geht es um den Menschen als Ganzes und ebenso gibt es nur in diesem Fach transzendente Wahrheiten. In den anderen Schulfächern geht es meistens nur um positives und um materialistische Dinge. Jedoch ist der Mensch nicht nur Positivist und Materialist. Der christliche Mensch sieht in Gott seine absolute Zukunft, eine Erfüllung die dem rein materialistischen Menschen fehlt.
Religion und Hoffnung
Durch die Leidensgeschichte Jesu im neuen Testament, identifiziert man sich mit ihm und wird dadurch gestärkt sein eigenes „Kreuz zu tragen“.
Worte Jesus
„Wer mir nachfolgen will, nehme sein tägliches Kreuz auf sich.“
„Wer sein Kreuz trägt, wandelt bereits im Lichte.“
Menschen, die sich mit Jesus identifizieren, da auch er gelitten hat, holen sich in ihrem Unglück Kraft durch ihn. Sie nehmen ihn als Vorbild, um nicht aufzugeben. Durch die Religion, den Glauben und Jesus bekommen diese Menschen Hoffnung. Dieses können aber nur religiöse Menschen tun, da nicht religiöse nicht an Jesus glauben.
Religion und Dankbarkeit
Menschen, die durch Jesus Hoffnung und Stärke empfunden haben sind ihm dankbar.
Worte des heiligen Paulus:
„Alles ertrage ich in dem, der mich stärkt.“
„Mein Leben ist Christus und Sterben Gewinn.“
empfindet Dankbarkeit, da er durch Jesus gestärkt wurde. Er ist Jesus so dankbar, daß er alles für ihn ertragen würde. Er ist sogar so dankbar , daß er den Leidensweg Jesus nachgehen würde.
Genauso lebt er nur für und durch Christus. Er drückt aus, daß wer gläubig und gut gelebt hat, in den Himmel kommen wird und dadurch wird Sterben als Gewinn gesehen.
Die Unterschiedlichen Auffassungen des Fachs Religion
Es gibt 3 verschiedene Auffassungen des Fachs Religion. Die Sicht des Staates, die Sicht der Kirche und die Kombination der Sichten von Kirche und Staat.
Aus der Sicht der Kirche ist RU eine Glaubensunterweisung (Katechese). Den Schülern wird das Wort Gottes verkündet und dadurch wird eine Art Seelsorge betrieben.
Aus der Sicht des Staates ist RU eine Wissensvermittlung der Religionskunde. Die Schüler werden zu verantwortlichen Menschen erzogen.
Aus der Kombination der Sichten von Kirche und Staat ist schulischer RU sehr nützlich, da er für alle zugänglich ist. RU ist schulisch begründet und theologisch verantwortet.
In wenig konfessionell geprägten Gegenden wie z.B. in der ehemaligen DDR könnte der Religionsunterricht wie eine Mischung aus Sozialkunde, Philosophie, Werte und Normen und Religion aussehen. In Brandenburg wird anstatt von Werte und Normen das Fach „LER“ (Lebensgestaltung, Ethik, Religion) gelehrt. Zur Zeit befaßt sich das Verfassungsgericht Karlsruhe mit diesem Fach, da es in Brandenburg als eine neue Idiolisierung empfunden wird.
Ich finde diesen alternativen Unterricht anstelle von Religion und Werte und Normen sehr gut, da den Schülern trotzdem ein wenig Religion vermittelt wird. Die Menschen in der ehemaligen DDR sind häufig nicht getauft und daher auch nicht sehr interessiert an dem Fach Religion. Damit die Menschen dort sich der Religion nähern, muß man die neuen Generation, also die Schüler, langsam an die Religion heranführen. Dieses geht am Besten mit einem Fach wie LER. Die Schüler lernen das Wort Gottes durch die Leidensgeschichten in der Bibel, ohne mit religiösem überfordert zu werden. Sie lernen auch das Geschichtliche und die sozialen Themen, von der die Bibel berichtet. Aus der Sicht der Kirche wird dieses Fach mit gemischten Gefühlen betrachtet. Einerseits ist die Chance vorhanden, daß die Kirche durch das Fach Gläubiger bekommt, anderseits hat die Kirche keinen Einfluß auf den Unterrichtsstoff und daher keine Ahnung, was den Schülern von dem Lehrer über den Glauben vermittelt wird. Der Staat sieht das Fach als positive Erweiterung des Lehrplans und hofft durch das Fach soziales Verhalten zu fördern. Die Sichten der Kirche und des Staates zusammengenommen befindet sich zur Zeit noch in einem Zwiespalt. Schulisch ist dieser Unterricht begründet, jedoch hat sich die Kirche noch nicht entschieden, ob er auch theologisch verantwortet werden kann.
Meiner Meinung nach sollte man dieses Fach fördern, da es das soziale Verhalten von Schülern fördert und dieses dient dem Verständnis füreinander und dem friedlichen Umgehen miteinander. Und nichts ist wichtiger, als ein friedliches Miteinander unter den Menschen zu sichern.
