Beim Begriff „Gewalt“ denkt man meistens nur an physische (körperliche) Gewalt, an eventuell schlimmere psychische (seelische) Gewalt denkt kaum einer. Bei körperlicher Gewalt entstehen Schäden am Körper, die meisten ganz oder wenigstens teilweise verheilen, bei seelischer Gewaltzufügung entstehen jedoch Schäden an der Seele, die meist gar nicht oder mit Hilfe von Therapien teilweise verheilen. Jedoch ist die Frage, ob diese Wunden dann wirklich verheilt sind oder vom Unterbewusstsein nur verdrängt wurden. Wenn sie nur verdrängt wurden, so können sie jederzeit wieder hervortreten und das ist für die Opfer meist schlimmer als die frühere eigentliche Tat.
Wo jedoch fängt Gewalt an?
Ist es schon Gewaltzufügung, wenn man einem Kleinkind den Lutscher klaut oder zu jemanden sagt, dass er doof ist?
Nach dem heutigen Verständnis beginnt Gewalt sobald man jemanden in seinen Rechten beschränkt und ihm vorsätzlich Schaden zufügt.
Menschen, die anderen Gewalt antun, sind meist selbst einmal Opfer von Gewalt gewesen.
Ein Junge wird bis zu seinem 18ten Lebensjahr von seinem Vater verprügelt, sobald etwas nicht so geschieht, wie der Vater es verlangte.
Als er selber Kinder hat, schlägt er diese genauso, wie sein Vater es mit ihm gemacht hat. Er tut es, weil er es nicht anders gelernt hat. Er weiß, dass das, was er tut, vor dem Gesetz falsch ist, aber sein Vater hat ihn mit Schlägen erzogen und aus ihm wurde etwas, also redet er sich ein, dass die Erziehungsmethoden seines Vaters nicht falsch gewesen sein können.
Bei Tätern von psychischer Gewalt sind die Beweggründe meist auf emotionaler Ebene zu finden. In einem Betrieb sind zwei Chefsekretärinnen. Eine davon ist gerade neu eingestellt worden und kommt blendend mit dem Chef aus. Die andere fühlt sich in ihrem Revier angegriffen und wird eifersüchtig und neidisch auf die „Neue“. Deshalb versucht sie, in ihren Augen, der Rivalin eins auszuwischen. Sie lässt Arbeitsunterlagen abhanden kommen, schwärzt die andere beim Chef an und auch vor Telefonterror schreckt sie nicht zurück.
Bei beiden Arten von Gewalt sind jedoch auch manches Mal Fülle, wo es keine bzw. unverständliche Beweggründe zur Ausübung der Gewalt gibt.
Unumstritten ist, dass bei häufig und manchmal sogar bei einmaliger körperlichen Gewalt auch seelische Schäden auftreten können z.B. bei einer Vergewaltigung sind nicht die körperlichen Schmerzen das Schlimmste, sondern die seelischen Wunden. Vergewaltigte Frauen haben meist ein Leben lang mit dem Gefühl der Erniedrigung, des Benutzwordenseins und dem dadurch hervorgerufenem Ekel gegenüber Männern zu kämpfen. Wobei ihre körperlichen Wunden komplett verheilt sind. Ähnlich verhält es sich bei dem Vater, der seine Kinder schlägt. Sein Vater hat ihm immer das Gefühl gegeben, klein und schwach zu sein und dadurch, dass wenn er selbst seine Kinder schlägt, bekommt er das Gefühl, groß und stark zu sein. Dieser Schwächekomplex wurde durch die physische Gewalt von seinem Vater mit psychischen Folgen hervorgerufen.
Durch eine Gewalttat wird eine Kettenreaktion von Gewalttaten ausgelöst. Keiner kann sagen, wo und wer Gewalt erfunden hat. Schon die Bibel berichtet von „Mord und Totschlag“ bzw. Gewalt.
Ebenso die Gewalt gegen Tiere und der Steinzeit ist unumstritten, es war dort zwar lebensnotwendig Tiere zu töten, aber es ist einwandfrei eine Art von Gewalt.
Nach all diesen Tatsachen komme ich zu der Meinung, dass psychische Gewalt und die Folgen von physischer Gewalt schlimmer sind als die eigentliche physische Gewalt.
Seelische Gewalt hat meist lebenslange nicht heilbare Folgen, genauso wie die Folgen von häufiger körperlicher Gewalt im Sinne von seelischen Schäden. Man darf die Täter nicht verurteilen, weil sie meist selbst Opfer sind, sondern man sollte ihnen versuchen zu helfen in Form von Therapien und Anstalten.
Ebenso sollte schon in der Schule ab der ersten Klasse Gewaltaufklärung betrieben werden, den nur so wird das Zusammenleben für alle Menschen eventuell ein wenig besser.
