Ich kleiner Stuhl

Ich kleiner Stuhl,
ich war allein,
niemand wollte mehr bei mir sein.

Wackelig wie Ästenlaub,
stand ich rum total verstaubt.
Mein Leben war so uninteressant, ich war immer nur in die Ecke verbannt.
Die Langeweile fraß mich auf, so ergeht es einem als Fehlkauf.
Ich sah mich um und guckte raus,
da erblickte ich oh Graus —
die Tante, welche wiegt 1000 Pfund,
ich wusste, das ist nicht gesund.

Wo würde sie die Glieder strecken,
wo ihren Körper nieder recken?
Wo würde sie den Füßen, allen beiden,
eine Pause geben zum Verweilen
Voll Angst erhaschte ich ihren Blick,
ich wusste es war der Teufel, der sie ritt,
sie ging schnurstracks auf mich zu,
ich betete, doch Gott rief nur: „Lass mich in Ruh“

So bebte ich als sie Platz nahm,
ihr Gewicht trieb mich in den Wahn.
Ich fühlte meine Beine splittern,
trotz aller Kraft ich konnt‘ es wittern.
Mein Ende nahte, es war so weit,
ich fiel zusammen und die Tante schreit.

So schau ich hinauf und muss doch lachen
endlich ließ ich es mal krachen.

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