Innere Ruhe

Siehst Du die Augen der Raubkatze?
Fühlst Du die Schwingen des Adlers?
Spürst Du die Leidenschaft der Jagd?
Spürst Du die Freiheit des Fliegens?

Diese Dinge in ihrer Vollkommenheit
sind nur den Tieren vorbestimmt.
Nicht ein einziger Mensch auf Erden,
dies Gefühl sich nur vorstellen kann.

Selbst wenn sie schmücken sich mit Fell,
in des Adlers Federn Nachtruh‘ suchen,
finden sie nicht die Erfüllung,
des Gefühls innerer Ruh.

Also hört endlich auf zu suchen,
lasst den Tieren ihre Ruh.
Kümmert Euch um Eure eigene Rasse,
besinnt Euch auf des Menschen Wesen
und beendet die Nacheiferung.
Innere Ruhe findet nur der, der er selbst ist.

Marionette

Wie lang hat es gedauert bis er Dich angeleint hat?

Siehst Du nicht was passiert ist?
Du bist nicht mehr alleiniger Herr Deiner Gedanken.
Du wirst geleitet.
Siehst Du nicht die Fäden?
Spürst Du nicht den leichten Druck?

Du wandelst und handelst wie es jemand will, doch Du siehst es nicht.
Wann wirst Du aufwachen?
Wann wirst Du zur Schere greifen?
Befreie Dich aus dem Netz der Gefangenschaft und entdecke die Freiheit.

Ich bete jeden Tag für Dich, dass Du endlich erwachst und Dich aus diesem Alptraum befreist.
Hoffentlich bin ich noch da um Dich aufzufangen, wenn der Halt der Fäden endlich endet.

Lass den Puppenspieler nicht alles zerstören was Dir lieb und teuer ist.

Das letzte Stück Hoffnung

Es herrscht nur noch totes Leben im Meer aus Beton.
Das Lachen der Menschen ist schwarz geworden.

Wo ist die Freude am Leben?
Und wo die Natur?

-Ausgestorben-
meinen viele, jedoch ist ein kleines Stück Wald geblieben.
Sie halten es warm und versorgen es liebevoll.

An diesem Ort, ruhige Unruhe umgibt ihn, werden alle an ihre Fehler erinnert.

Sie verehren diesen Platz, wie ein Kind ein Stück Schokolade, dass es in den Händen hält.

Sie wissen, dass wenn dieses letzte Stück Hoffnung auf eine bessere grüne Welt ausstirbt, auch die Liebe und alles Schöne für immer verschwunden sein wird.

Es gibt schon jetzt kein zurück mehr, aber dieses letzte Stück Schokolade kann der Anfang vom Paradies sein.

Sommergedanken

Ich sitze hier an meinem geliebten See.
Die Sonne scheint mir auf den Rücken.
Kinder spielen im Wasser.
Leute sonnen sich.
Alle scheinen fröhlich.
Ich hänge meinen Gedanken nach.
Einige Jugendliche kommen ans Wasser.
Sie springen hinein, toben und spritzen wie kleine Kinder.

Ich warte auf meine Freunde.
Wo bleiben sie nur?
Sie wollten doch kommen.

Das Gras ist grün, anders als sonst, irgendwie grüner und duftend.
Der Himmel ist strahlend blau.
So unendlich tief, tiefer als das Meer es je sein könnte.

Irgendwie ist heute alles ruhig,
obwohl alle schreien und toben.
Die Vögel singen schöner als je zuvor.
Sie erinnern mich an meinen Liebsten.

Meine Gedanken schweifen zu ihm.
Wieso kann er nur nicht hier sein?
Wieso steht die Welt zwischen ihm und mir?
Meine Freunde erreichen den See.

Sie springen gleich ins kühle Nass.
Doch ich sitze hier.

Keiner beachtet mich und dennoch bin ich glücklich.

Sternschnuppe

Wolken ziehen vorüber.
Geben den Blick auf Sterne frei.
Leuchtene Punkte am schwarzen Himmel.
Unendlich viele Planeten,
unendlich viele Welten.

Eine Sternschnuppe erleuchtet das Himmelszelt.
Ein Lächeln erfüllt mein Gesicht.
Einen Wunsch habe ich frei.

Was soll ich mir nur wünschen?
Glück in der Liebe?
Zufriedenheit im Leben?
Eine besseren Job?

Mein Blick schweift wieder zu den Sternen.
Ob es dort irgendwo Leben gibt?
Ich erinnere mich.
Eine Sternschnuppe ist ein Planet der gestorben vom Himmel füllt.

Eine Träne rollt über mein Gesicht.
Ich weiß nun was ich mir wünsche.

Unsere Erde soll nie zur Sternschnuppe werden.

Ich kleiner Stuhl

Ich kleiner Stuhl,
ich war allein,
niemand wollte mehr bei mir sein.

Wackelig wie Ästenlaub,
stand ich rum total verstaubt.
Mein Leben war so uninteressant, ich war immer nur in die Ecke verbannt.
Die Langeweile fraß mich auf, so ergeht es einem als Fehlkauf.
Ich sah mich um und guckte raus,
da erblickte ich oh Graus —
die Tante, welche wiegt 1000 Pfund,
ich wusste, das ist nicht gesund.

Wo würde sie die Glieder strecken,
wo ihren Körper nieder recken?
Wo würde sie den Füßen, allen beiden,
eine Pause geben zum Verweilen
Voll Angst erhaschte ich ihren Blick,
ich wusste es war der Teufel, der sie ritt,
sie ging schnurstracks auf mich zu,
ich betete, doch Gott rief nur: „Lass mich in Ruh“

So bebte ich als sie Platz nahm,
ihr Gewicht trieb mich in den Wahn.
Ich fühlte meine Beine splittern,
trotz aller Kraft ich konnt‘ es wittern.
Mein Ende nahte, es war so weit,
ich fiel zusammen und die Tante schreit.

So schau ich hinauf und muss doch lachen
endlich ließ ich es mal krachen.

Verborgenheit

Ich lebe auf den Schwingen der Dunkelheit.
Leise schleiche ich mich durch die Nacht.
Kein Mensch hat mich je erspäht,
keiner mein Antklitz erblickt.

Ich genieße die Stille der Dunkelheit.
In ihr ist alles schwarz,
alles gleich.

Niemals möchte ich das Licht sehen.
In ihm benutzt man seine Augen.
Doch in der Dunkelheit muss man sich auf seine Gefühle verlassen.

Das wahre Glück

Unzerteilbare Dunkelheit umgibt mich.
Ich bin allein, alles ist ruhig.
Die Kälte frisst sich durch meine Glieder.
Meine eigene Hand kann mein müdes Auge nicht erblicken.
Ich wende mich nach rechts und nach links.
Egal wie weit ich wander,
nirgends bemerke ich eine Veränderung.
Sehnsüchtig warte ich darauf, auf eine Wand zu stoßen.
Ein Ankerpunkt.
Jede Wand hat doch eine Tür.
Mein lebensrettender Ausgang.

Plötzlich erspähe ich ein Licht.
Ich renne darauf zu.
Endlich mein Ausgang, mein Ausweg.
Ich trete hindurch.
Ich erblicke den Platz, wo ich die Dunkelheit betrat.
Ich bin nicht am Ausgang.
Ich befinde mich wieder am Eingang.

Um mich herum sehe ich lauter mir bekannte Gesichter.
Ich sehe, wie sie mich anstarren,
wie ihre Münder sich bewegen.
Ihre Worte dringen verspätet an mein Ohr.
Sie stellen mir Fragen,
quälen mich mit Ihrer Neugier.
Ich stehe hier in der Menge meiner „Freunde“.
Die Sonne scheint auf mich herab,
spüre die Wärme auf meiner Haut.

Lächelnd drehe ich mich um und gehe einige Schritte.
Herzlich umarme ich mein feuchtes, kaltes Grab.

Die Wahrheit

Die Wahrheit
Ich habe Dich
benutzt,
betrogen,
belogen.

Ich habe Dich
missbraucht,
hintergangen,
ausgenutzt.

Ich bin
hinterhältig,
gemein,
berechnend.

Ich bin
emotionslos,
humorlos
und fies.

Ich habe Dich
absichtlich verletzt,

Deine Gefühle
waren und sind mir egal.

Ich habe Dich
herabgewertet
und es genossen.

Ja ich habe dies alles getan

aber nur in Deiner Fantasie.

Wechselbad

Weise geht die Welt zu Grunde,
Undank ist der Welten Lohn,
ach wie weise sind die Verse,
lachen mich an voll Hohn.

Da gabst Du viel, wolltest helfen,
tatest alles, warest da,
doch der Tritt war unausweichlich
und doch war’s vorher wunderbar.

Das Blatt jedoch hat sich gewendet,
zeigte seine böse Seit‘,
Du verstandest nicht Wechsel,
und doch hat er Dich entzweit.

Nun stehst Du da und weißt nicht weiter,
Sprüche wandern in Deinem Kopf.
Egal wohin Du Dich auch wendest,
nirgends findest Du den Knopf.

Der Knopf, der Dir so wichtig ist.
weil er die Lösung bringt.
Stattessen sitzt Du hier und reimst
und noch nicht mal das gelingt.

So kannst nur hoffen und abwarten,
schauen was die Zeit Dir bringt.
Heilt doch sie bekanntlich Wunden,
die das Leben uns aufzwingt.

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